Die “Bücher in meinem Leben” - über die Messen, ein Audible-Abo, Kritiker und Kritiken und schönes Triviales

Donnerwetter! Manchmal ist es aber auch wirklich schlimm! So ewig habe ich mir jetzt schon wieder vorgenommen zu bloggen, und dauernd kommt was dazwischen. Und dann denke ich auch immer, daß ich ja gar nicht die Riesenbotschaft zu verbreiten habe und dem ganzen Müll, der so durchs Netz wandert, nicht noch welchen hinzufügen muß… Aber heute hab ich doch mal wieder Lust, und es geht, wie schon gesagt, in der Hauptsache um die “Bücher in meinem Leben”. Der mann in meinem Leben pennt grade. Wir haben derzeit einen dermaßen idiotischen Schlafrhythmus, daß wir fast schon abwechselnd schlafen…

Aber jetzt zu den Büchern:

Eigentlich hatte ich ja direkt von der Messe schreiben wollen, die jetzt natürlich schon weit weg ist. Aber was ist denn so hängen geblieben? Ich denke manchmal, daß das, was man auch nach einem Monat noch weiß, das im Grunde wirklich wichtige ist…

Ich war natürlich in der hauptsache mal wieder für www.ohrfunk.de unterwegs, und da speziell im Zusammenhang mit HÖrbüchern. Es ist total wichtig, sich als Blinde mit Assistenz, aber vermutlich auch so, ganz bestimmte Dinge vorzunehmen auf der Messe, sonst geht man da nämlich verloren… Schade fand ich im Vergleich zum letzten Jahr, daß bei dem großen Sammelstand der Hörbücher an den einzelnen kleineren Verlagsständen sehr oft keiner anzutreffen war. Die Hörbücher wurden - ob aus Personalmangel oder aus welchen Gründen auch immer - bei den großen Ständen der einzelnen Verlage mit abgefertigt, also “Lido” am STand von Eichborn und so weiter. Das macht es für Menschen, die konkret nach Hörbüchern suchen, etwas schwieriger. Zwar konnte man sich an den Ministänden das angebot angucken, aber mit Beratung war es dann schon nichts mehr. Da könnte ruhig mal ein wenig Personal investiert werden, finde ich!

Ansonsten habe ich für meinen Geschmack sehr schöne und intelligente Interviews führen dürfen, die zwar im Rahmen unserer LIteraturecke bei www.ohrfunk.de schon ausgestrahlt wurden, abr sicher noch auf unserem OHrfunk-Podcast zu finden sind. Am besten haben mir ganz persönlich die INts mit dem Supposé-Verlag und mit “Titania Medien” gefallen. Letzteres vor allem deswegen, weil es auch mal um covergestaltung und so ging, ein Thema, bei dem sich sehende Menschen oft sehr schwer tun, wenn sie von Blinden danach gefragt werden. Das wurde zwar nur angerissen, klappte in diesem INterview aber echt gut.

ansonsten war mein Tag auf der buchmesse der letzte in diesem Jahr, an dem ich mit meinem kleinen Frühstück draußen im Freien saß. Es war herrlich, die Menschen an mir vorbeiströmen zu hören, die in so vielen Sprachen redeten, daß einem ganz schwindelig werden konnte. Ich werde nur nie verstehen, warum so viele Leute auf einer Messe mit Rollenkoffern oder sonstigem schweren Gepäck unterwegs sind. Uff! sind die Schließfächer an Bahnhof und Flughafen denn echt so knapp, oder reisen die wirklich alle so spät an? Mich würde das ja nerven!

Eine ganz schöne Veranstaltung war dann die Diskussion zum Thema “haptisches Hörbuch” versus Hörbuchangebote im Download. In der Beschreibung wurde doch glatt die Frage aufgeworfen, ob die downloadangebote letztlich das konventionelle Hörbuch “kanibalisieren”… Das versprach viel, kontrovers wurde es dann aber doch gar nicht so. Positiv war aber in jedem Fall, mitzubekommen, daß verschiedene Verlage am gleichen Strang zogen bei der Frage, wie man das HÖrbuch weiter bekannt und populär machen kann. Wobei das mit dem populär ja immer so eine Sache ist: eine andere Veranstaltung ging um Editionen und ihren Sinn und Zweck, und da kann einem schon Angst und Bange werden, wenn man mitbekommt, wie sehr da zum Teil der Popularität hinterhergelaufen wird. da wird lieber der gleiche Bestseller wieder und wieder in anderen Editionen gekürzt herausgebracht, anstatt mal ein Risiko einzugehen. Und am meisten ärgert mich, mit welcher Selbstverständlichkeit die Herausgeber solcher Editionen behaupten, der Hörer / die Hörerin wolle es genau so. Ich glaube eher, daß wir als Leserinnen und Leser auf dieses Schmalspurfutter hin dressiert werden sollen. Nun. nicht mit mir jedenfalls.

Einige Zusammenarbeiten mit Verlagen sind auch wieder herausgekommen bei der diesjährigen Messe: ich wurde in einige Verteiler aufgenommen, in denen ich erfahren kann, was es so neues gibt, ich habe freundlicherweise schon etliche Rezensionsexemplare für unsere Literaturecke zugesandt bekommen und und und…

Aber eines ist mir auch ganz deutlich klargeworden, nämlich, daß ich auf Dauer ganz schön ins Hintertreffen geraten werde, wenn ich mich weiterhin nicht intensiv genug mit “social Media”, mit Onleihe und Kindle und Co befasse, wenn ich nicht weiß, wie man die Gewinspielseiten der unterschiedlichsten Hörspiel- und Hörbuchanbieter bedient. Ich hätte gern auch schon mal ein HÖrbuch gewonnen oder so, oder auch einen kostenlosen Mp3-Player, aber die Zeit, die ich als absolute Netzlaie mit einem unzureichenden Screenreader auf solchen Seiten verbringe, kann ich sinnvoller dazu verwenden, ein bereits vorhandenes Hörbuch endlich mal zu lesen. Und überall gibt es dann Seiten, wo es, wenn man sich erst mal durchgesucht hat, dann am entscheidenden Punkt für meine Software nicht weitergeht. Das ist echt hochgradig frustrierend! Aber wie kann ich aktuell über solche Gewinnspiele und so auf dem Sender informieren, wenn mir absolut die Geduld fehlt, Stunden damit zuzubringen, deren Seiten auf Barrierefreiheit zu überprüfen. Da liegen definitiv nicht meine Stärken. Lernen kann man alles, heißt es. Hm… will ich das lernen? Ich weiß es noch nicht.

Was ich auf jeden Fall gern lernen möchte ist, wie man sich ansonsten aktiv und unter einsatz eben der erwähnten eigenen Stärken vernetzt. Einmal geknüpfte KOntakte vernünftig verwalten und auch halten, wichtige Twittermeldungen von unwichtigen unterscheiden, mutig auch mal bei was zugreifen, womit man sich noch nicht hundertprozentig auskennt - das sind in diesem Zusammenhang wohl die aufgaben der Stunde. Wer das liest und mir nützliche Tipps geben kann und will, ist herzlich dazu eingeladen! würde mich echt freuen!

War’s das zur Messe? ich denke erstmal. Schön war’s auf jeden Fall. Nächstes mal versuche ich es mal mit Leipzig, wenn ich dort eine Assistenz kriege. Aber ich habe ja noch Zeit.

Was lese ich denn grade so? Privat in der hauptsache zwei wundervolle Bücher, die ich mir bei www.audible.de heruntergeladen habe. Mein Liebster hat mir nämlich ein Abo geschenkt. Ich hab das ja dauernd hinausgezögert, weil ich dachte: ach, im nächsten Monat ist dafür auch noch Zeit, das Geld brauchen wir für dringenderes. Aber anscheinend habe ich doch so einen treuen Hundeblick gehabt bzw. soooooo sehnsüchtig auf der Seite gestöbert und Männchen gemacht, daß er wahlweise ein Einsehen hatte oder keine Nerven mehr :-)
Und jetzt habe ich also dieses Abo, und - was für ein gutes Omen - ich fand noch ein wahrscheinlich letztes Buch von John Irving mit ausnahme des neuen -, das ich noch nicht kannte. Und so habe ich mir in englisch “A Son Of The Circus” heruntergeladen und genieße noch immer jede einzelne Minute! Hoffentlich kommen von den englischen noch ein paar andere nach. Vielleicht gibt es ja “die wilde GEschichte vom Wassertrinker” in Englisch? Das fänd ich genial!

Leider kann ich das Buch aber derzeit nur in Etappen lesen. Dank des bereits oben erwähnten und geschmähten unzureichenden Screenreaders (oder aus sonstigen, mir unverständlichen technischen Gründen) haben wir den Manager von Audible noch nicht zum laufen gebracht und ich lese derzeit über meinen Mediaplayer, und der ist bei diesem Format nicht bereit, mir per Tasten das rück- oder Vorspulen oder sonst irgendwas zu erlauben. Gott sei Dank setzt er wenigstens brav seine Lesezeichen. Aber ich lese lieber kleinere englische Etappen und verstehe sie dann auch, wenn ich nicht zurückspulen kann.

Und dann ist da noch der erste Band von “Senatus populus que Romanus” von John Maddox Roberts. (hm, heißt er wirklich John? Ich glaub schon. Für einen Römer-Freak wie mich ein Muß. Der Krimi ist auch ganz spannend, aber ich genieße vor allem die farbigen Alltagsbeschreibungen der Zeit um 70 v. Chr. Das buch ist ungekürzt, und die nächsten Bände sind schon in ARbeit bzw., wie ich glaube, sogar schon online verfügbar. Lese ich grad oft Nachts, wenn ich nicht schlafen kann. Vielleicht ist das aber auch der falsche Weg, weil es mich erst recht wach hält :-)

Und für den Sender? Zur Zeit sind 2 Hörbücher parallel in der mache: erstens Joy fieldings “im KOma”, vor allem deshalb, weil es vor ein oder zwei Wochen schon zum zweiten mal in die Bestsellerliste hochgeklettert ist. außerdem finde ich es wirklich gut und spannend und höre Hansi Jochmann gern lesen. Außerdem arbeite ich grade mit Freude an einer Rezension zu “der heilige Eddy” von Jakob Arjouni. Bisher mochte ich von dem eigentlich nichts so richtig, aber dieses Buch finde ich gut.

Und am Freitag darf ich um 20:00 Uhr im Schloßkeller in Darmstadt die Vorablesung des Buches “Götter, Gurus und Gestörte” aus dem Satyr-Verlag mitschneiden und eine Sendung dazu bauen, das am 01. Dezember erscheinen wird, worauf ich mich schon riesig freue. Und zum Thema Religion wartet dann auch noch “Die Hütte” von William paul Young auf mich, zu der ich nun schon 2 sehr unterschiedliche Meinungen gehört habe: einer ist völlig begeistert (der hat mir das Buch auch vorgeschlagen), ein anderer “mußte schon kotzen beim Anblick des Einbandes”, so jedenfalls sinngemäß. Ich bin mal gespannt, wie ich es finden werde.

Solchen aussagen wie der grade zitierten begegne ich im Moment oft, vor allem bei Twitter, und das regt mich auf. Aber wenn ich mich da dauerhaft rumtreiben will, werde ich mich daran gewöhnen müssen. Vernichtende Ein-Satz-Kritiken sind halt modern. Auf Nachfrage bekam ich im Falle der “Hütte” dann aber doch noch eine etwas detailliertere antwort: der Schreiber bevorzuge eher bücher zum selber denken als kitschige Erbauungsliteratur. Gut, damit kann ich was anfangen.

Ärgerlich macht mich so was vor allem auch eher bei den sog. Fachleuten. Da lese ich vor kurzem auf einem Download-Portal zum Buch “Gnadenfrist”, das ich übrigens sehr empfehlen kann, über Sprecher Christian Berkel sinngemäß, er lese das buch in gewohnt humorvoller manier. Nun mag ich selber Christian Berkel sehr, aber wenn man eines über ihn gewiß nicht sagen kann, ist es, daß er besonders humorvoll liest. Da frage ich mich ganz unabhängig davon, daß man vielleicht manche Sachen nicht ganz gleich wahrnimmt, ob der Kritiker das Buch überhaupt gehört hat, denn der Begriff Humor paßt weder, wie gesagt, zu Berkel, noch zum buch…

Ein anderes Beispiel ist ein Artikel, der heute online im Tagesspiegel erschien. Er wurde von Kurt Sagazz geschrieben und geht darum, daß der Trend bei den HörbuchhörerInnen dahin geht, ungekürzte Versionen von Büchern den gekürzten vorzuziehen. Klasse, das jemand so was schreibt, aber ich finde, jemand, der für den Tagesspiegel schreibt, könnte auch korrekt sein. Ich weiß, manchmal bin ich eine “Korinthenkackerin”, aber es ärgert mich echt maßlos, wie viele Leute Geld für zum Teil hingehuschte Arbeit kriegen. Nun kenne ich Herrn Sagazz ja ansonsten gar nicht und will auch gar nichts über ihn persönlich sagen, aber es ist schon frustrierend, hier auf dem Rechner rund 70 akustische buchrezensionen liegen zu haben, die mit lesen, rezensieren, auflesen und schneiden etliche Stunden Arbeit kosteten und die dann einmal ausgestrahlt und wenn es hoch kommt noch einmal in der Wiederholung gesendet werden. Gut, im Podcast gibt es sie noch. Und dafür gibt es keinen Eurocent, und hin und wieder muß man sich noch sagen lassen, daß man als ALG-II-Empfängerin sich doch nur durchschnorrt… Aber das ist ein anderes Thema und gehört gar nicht hierher.

Jedenfalls ist Detlef Biersted meines Wissens nicht, wie im Artikel behauptet, der Synchronsprecher von Tom hanks. Nun kann ich mich da irren, aber sowohl bei “Forest Gump” als auch bei “Philadelphia” und “Apollo 13″ wird der von Arne Elsholz gesprochen. Audible können solche Patzer vom Tagesspiegel natürlich egal sein. die werden sich, und zu Recht, freuen, daß jemand ihre produktionen lobt. Aber wäre das nicht noch besser, wenn jemand das kompetent täte? Und die kennen auch Arne Elsholz natürlich gut, wo er doch bei vielen ihrer deutschen Hörbücher das Intro spricht. Und wenn ich richtig informiert bin, erscheint “Limit” von Frank Schätzing auf 22 Cds. Wenn ich persönlich eine Zahl nicht ganz genau weiß, schreibe ich etwa “rund 20″ oder so. Aber nach Möglichkeit nichts falsches.

Ich weiß, ich weiß! Für sich genommen sind das alles natürlich nur Kleinigkeiten, aber es frustet eben schon, wenn man dauernd solche Schnitzer und Ein-Satz- und Pseudokritiken von Fachleuten liest, während man selber, ohne das Fach studiert zu haben, sich bemüht, differenzierte Arbeit zu leisten. habt Nachsicht! Das mußte einfach mal raus.

So, jetzt hab ich genug gemeckert und hoffe, daß Sie, liebe Leserin, lieber Leser, diesen Ausführungen in der ungekürzten Version beigewohnt und nicht vorher gelangweilt aufgegeben haben :-) ich werd mir jetzt was schönes zum Futtern machen und dabei “im Koma” weiterlesen, man beachte die Redezeichen… :-)

Vielleicht hinterläßt ja der eine oder die andere hier ein persönliches Lesezeichen? Ich würde mich freuen. So long bis dann!

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